Wer kommt auf so eine Idee?

Maike van den Boom und aus Glücksperspektive habe ich alles richtig gemacht. Dabei habe ich im Leben auch vieles falsch gemacht. Aber wann weiß man das schon? Letztendlich ist alles nur eine Erfahrung mehr in meinem Leben. Das einzige, das ich übrigens habe. Ich denke, das geht Ihnen genauso.

Wir haben alle diese Gabe in uns, Dinge frei entscheiden zu wollen und es anders zu tun, als man es von uns erwartet. Ich habe zum Beispiel als Vierjährige am liebsten einen orangen und einen lila Socken getragen. Und bin mir sicher, ich war nicht die Einzige. Später habe ich dann Latein und Kunst als Leistungskurs belegt. Was ungefähr dieselbe Kombination in grün ist. Und ob das Studium der Kunsttherapie nun wirklich der ideale Karrierestart in die freie Wirtschaft ist, auch darüber lässt sich diskutieren.

In Deutschland zumindest.

Aber ich habe ja in Holland studiert! „Ist uns doch egal, was Sie studiert haben. Sie haben ein Hochschul-Denkniveau, Ihre Persönlichkeit stimmt, den Rest bringen wir Ihnen schon bei.“ Und so habe ich die Chance bekommen, Lebensmitteltechniker und Schiffsschweißer zu rekrutieren, Rohstahl zu verkaufen, den Vertrieb für einen Ladeneinrichter zu führen, das Marketing für neuartige Verpackungsmaschinen zu machen und schlussendlich die Kommunikation eines Notbeleuchtungsfabrikanten zu leiten. Viele Märkte, spannende Produkte, neue Arbeitsbereiche, interessante Menschen.

Steile Karriere?

Nö.

Mehr Kompetenzen, mehr Verantwortung und Führungsaufgaben, doch im Prinzip immer dasselbe Betätigungsfeld? Das war mir zu langweilig. Und so bin ich links und rechts von Job zu Job, von Firma zu Firma gehüpft. Jedoch kaum nach oben.

Doch manchmal grätscht einem das Leben dazwischen. Und so habe ich sogar einen Ausfallschritt nach unten gemacht. Nach 13 Jahren Holland und zwei Jahren Mexiko landete ich 2009 als alleinerziehende Mutter in Bonn und suchte mir einem sicheren aber recht übersichtlichen Job im öffentlichen Dienst. Nicht gerade das, was ich gewohnt war, aber das, was ich brauchte um mit meiner damals dreijährigen Tochter Elisa eine Weile durchzuatmen.

Heute habe ich diesen Job gekündigt um ein Buch zu schreiben und andere Menschen zu inspirieren. Mit meinem Leben und den Lebensweisheiten anderer Menschen. Werde ich damit endlich ein supererfolgreiches Leben führen? Aber sicher doch. Denn Erfolg bedeutet Morgen eine bessere Version meiner selbst zu sein. Besser als ich es heute war.

Genug zu tun also bis ans Ende meiner Tage.

Allein in den letzten drei Jahren habe ich noch nie so viele Dinge zum ersten Mal in meinem Leben gemacht: Zum ersten Mal im Fernsehen sein, zum ersten Mal Interviews geben, Filme schneiden, Redaktionen und Verlage abklappern, 13 Länder bereisen, Sponsoren suchen, mit Glücksforschern ein Bier trinken, auf der Bühne stehen und schlussendlich ein Buch schreiben.

Mein Leben war noch nie so selbstbestimmt und aufregend wie heute! Ja, ich bin ein glücklicher Mensch. Ja, ich lebe ein gutes Leben.

Schauen wir mal, was als Nächstes kommt …